Objekt des Monats

August 2019

Julie Textor:
Alt-Eßlingen
Öl auf Leinwand
1897

(Stadtmuseum im Gelben Haus, STME 006436)

 

Fotografie: Michael Saile

Im Mittelalter hatte es genügt, wenn man eine Stadt darstellen wollte, dass man eine Ansammlung von Häusern und Türmen zeichnete. Das überzeugte die Zeitgenossen, dass dies kein Dorf, sondern eine echte Stadt war. Damit war man in der Neuzeit nicht mehr zufrieden.

Vor gut 400 Jahren gab es dann die ersten Abbildungen von Städten, die die gesamte Stadt in einem einzigen Bild so darstellten, dass sie zumindest wiedererkennbar war. Berühmt wurden etwas später die Kupferstiche von Matthäus Merian aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Er zeigte nicht nur sehr viele Städte von ihrer Schokoladenseite, sondern wurde auch hundertfünfzig Jahre lang fleißig kopiert. So produzierte man auch seinen Blick auf das wehrhaft ummauerte Esslingen durchs ganze 17. und 18. Jahrhundert immer von der Südseite über den Neckar mit der Burg im Hintergrund, die über allem thronte. Alle wichtigen Gebäude sollten zumindest erkennbar sein: jeder Turm und jede Kirche waren wichtig.

Erst mit der Wende zum 19. Jahrhundert kam Bewegung in den Bildermarkt. Nun wagte man neue Ansichten aus anderen Blickwinkeln, wie etwa in Esslingen die beliebte Aussicht von den Weinbergen der Neckarhalde auf die Stadt. Diese neue Perspektive hat mit Erfolg etwa Eberhard Emminger (1808-1885) detailreich und großformatig lithographiert. Vor allem mit seinen Nahansichten von einzelnen Gebäuden und Plätzen hat Johannes Braungart (1803-1849) das Innenleben der Stadt Esslingen ins Bild gesetzt.

Ein halbes Jahrhundert später hat Julie Textor (1848-1898) in ihrem großformatigen Ölgemälde „Alt-Eßlingen“ von 1897 eine vorher wie nachher sehr selten gestaltete Detailansicht der Esslinger Altstadt dargestellt. Mit ihr schaut man den Wehrneckarkanal aufwärts entlang der rechts liegenden Wehrneckarstraße auf den südlichsten Bogen der Inneren Brücke. Dahinter beherrschen die hohen und sommerlich grünen Bäume der Maille die Szenerie.

Wer die Situation östlich der Agnesbrücke oder an der Wehrneckarstraße in Richtung Rossmarkt kennt, weiß, dass die Krümmung der Straße beileibe nicht so stark ist, die Gärten fehlen und die Häuser anders aussehen. Textor nutzte für ihr Bild eine 1897 bereits vergangene Situation. Schon damals war die hier sehr schmal dargestellte Reihe der Gärten durch lauter Neubauten vollständig überbaut. Die Malerin hat an dieser Stelle – ihrem programmatischen Bildtitel „Alt-Eßlingen“ folgend – eine lange Reihe äußerst spitzgiebelige hohe Häuser gemalt. Das sind die Rückseiten der Häuser am Roßmarkt. Dieses historische Genre wirkt ganz naturalistisch, ist aber recht frei gestaltet und nur durch die Anbindung an die Innere Brücke überhaupt räumlich nachzuvollziehen. Die rückwärtsgewandte Phantasie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und wurde zur Erhöhung einer romantischen Stimmung verwendet. Die gebildete Julie Textor stellte sich so das mittelalterliche Esslingen vor und setzte es in derart überzeugender Weise um, dass genau dieses Gemälde wohl ihr berühmtestes ist.

Julie Textor, in Ellwangen als Kaufmannstochter geboren, studierte nach ersten Lektionen beim dortigen Zeichenlehrer August Benz 1885 bis 1889 in Stuttgart bei zwei Professoren der dortigen Kunstschule, Albert Kappis und Jakob Grünenwald, zwei ausgewiesenen Landschaftern. Danach erhielt sie bis 1894 weiteren Unterricht in München unter anderem bei den Kunstprofessoren August Fink und Bernhard Buttersack. In der kurzen Zeit bis zu ihrem frühen Tod 1898 malte sie, das geschätzte Stuttgarter Mitglied im Württembergischen Malerinnenverein, unter anderem diese äußerst dekorative Ansicht. Es sollte ihre einzige Darstellung von Esslingen bleiben.


Info

Wechselausstellungen

Sommerferienprogramm

Plakat des Sommerprogramms mit Popcorntüten und Kinokarten

Sommerferienprogramm

Sommerprogramm der Ausstellung "Donnerwetter!"im Museum im Schwörhaus
 
Fast jeden Mittwoch von 15 Uhr bis 16.30 Uhr
Kosten: Eintritt in das Museum und 1 € Materialkosten pro Person
Ort: Ausstellung „Donnerwetter!“, Museum im Schwörhaus
 
7.8. Windspiel für Balkon und Garten
Lasst den Wind klingen! Aus einfachen Materialien und gebrauchten Schätzen wird ein aufwendiges Windspiel gebaut.
 
14.8. Sonnengruß Sammler
Mit dieser tollen Sonne kann man alle Urlaubskarten sammeln und präsentieren.
 
21.8. Sommerfest - kreative Dekoideen
Kreative Einladungskarten, Dekorationen und Gartenlichter für ein Sommerfest.
 
4.9. Sonnenblumen selbst gemacht
Aus riesigen Sonnenblumen wird ein Wand-Tattoo.
 
11.9. Sommer auf der Tasche
Ein sommerliches Accessoire! Die Teilnehmer*innen drucken Blumen und Bäume auf Baumwolltaschen und machen ihre eigene Mode.

18.9. Wolkenbilder
Ein Wolkenbild entsteht. Dabei wird erklärt, wie Wolken entstehen und was Wolken über das Wetter verraten.
 
9.10. Tiere im Herbst
Die Teilnehmer*innen basteln Igel, Mäuse und Eichhörnchen und machen Blumenstecker für Topfpflanzen.
 
 
Vortrag und Theater
 
Samstag, 14.9. ab 16 Uhr (Infostand); Vortrag um 16.30 Uhr
Greenpeace Gruppe Esslingen
Vortrag zum Thema Klimaschutz und Infostand
Ort: Stadtmuseum im Gelben Haus, Hafenmarkt 7
Eintritt frei
 
Sonntag, 22.9. 15 und 16 Uhr
Theater FF Heilbronn
Aufführung Theaterszene „Zeitreise“ mit anschließender Mitmachspielaktion (Pantomime)
Ort: Ausstellung „Donnerwetter!“, Museum im Schwörhaus
 
 
Filme
 
In Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino Esslingen
jeweils Samstag um 14.30 Uhr
 
7.9. Pettersson und Findus
Schweden/Deutschland 1999 | 74 Minuten
FSK 0 | empfohlen ab 5 Jahren

14.9. Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten
Deutschland 2019 | 84 Minuten
FSK 0 | empfohlen ab 7 Jahren
 
21.9. Ronja Räubertochter
Schweden / Norwegen 1986 | 121 Minuten
FSK 6 | empfohlen ab 8 Jahren

28.9. Ice Age
USA 2002 | 83 Minuten
FSK 0 | empfohlen ab 6 Jahren
 
Ort: GONZO! Kinderkino im Kommunalen Kino Esslingen, Maille 4-9
Eintritt: 3,50€ (ermäßigt 3 €) für Kinder und 5€ (ermäßigt 4€) für Erwachsene
Kartenreservierung: www.gonzo-kinderkino.de oder Telefon 0711 31059510


J. F. SCHREIBER-MUSEUM IM SALEMER PFLEGHOF

Mittwochsprogramm

31. Juli 2019, 15 Uhr
Gartenparty
Wir basteln bunte Fähnchen als Dekoration für ein Sommerfest oder deine Geburtstagsfeier.
Ab 4 Jahren
 
28. August 2019, 15 Uhr
Blaues Meer, blauer Himmel und blaue Ferne
Wir falten eine Dampferflotte und basteln uns das Meer.
Ab 6 Jahren

25. September 2019, 15 Uhr
Einer watschelt, zwei watscheln oder auch drei …
Heute geht es um schwarzweiße Pinguine aus Madagaskar.
Ab 4 Jahren

Dauer: ca. 1,5 Stunden
Kosten inklusive Bastelmaterial: 1 Euro/Person, Familienkarte 3 Euro zzgl. Eintritt in das Museum
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um vorherige Anmeldung unter Tel. (0711) 3512-3240 (zu Bürozeiten).


Farbenwerkstatt im J. F. Schreiber-Museum im Salemer Pfleghof

In der Farbenwerkstatt wird gemalt, gedruckt und gebastelt. Und das alles mit vielen bunten Farben.
Dienstag, 3. bis Donnerstag, 5. September 2019
Beginn: jeweils 14.30 Uhr
Dauer: ca. 1,5 Stunden
mit Anmeldung, Tel. 0711/3512-3240, museen@esslingen.de

Dienstag, 3. September
Durchsichtige Farben
Mit schönen Papieren gestalten wir Windlichter und Tischlaternen. Die Dekoration ist gleichzeitig bunt und durchsichtig. Die Windlichter faszinieren und schaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre, so tauchen sie den Sommerabend in ein weiches, wohlig wirkendes Licht.
 
Mittwoch, 4. September
Leuchtfarben
Aus unterschiedlichen Leuchtfarben stellen wir Glühwürmchen und Leuchtkäfer her und setzen sie in ein Glas. So holen wir uns die Glühwürmchen nach Hause und können Sie immer Dunkeln leuchten lassen.
 
Donnerstag, 5. September
Farbenspiel
Wir bauen ein Kaleidoskop aus Karton. Es wird ein buntes Fernrohr, das bunte und interessante Bilder macht.
 

 

Einkaufstouren. Ein Schaufensterbummel durch Esslingen seit 1948

Plakat der Ausstellung "Einkaufstouren" mit altem Foto der Küferstraße und Markise

 7. April - 3. November 2019  Stadtmuseum im Gelben Haus

Donnerwetter! Klima schreibt Geschichte

Plakat der Ausstellung "Donnerwetter" mit fröhlicher Familie in Regenkleidung und Zeichnung eines Wirbelsturms

Familien-Mitmachausstellung im Museum im Schwörhaus – Wechselausstellungen J. F. Schreiber-Museum
26. Mai bis 13. Oktober 2019

Viele Teile, eine Stadt! Gemeinsam Stadt(teil)geschichten entdecken

Plakat des Projektes "Viele Teile, eine Stadt" mit einem schematischen Stadtplan mit eingezeichneten Stadtteilen

stadtgefaehrten.esslingen.de

Bitte verwenden Sie für Anfragen per Email bis auf Weiteres nur die Adresse: museen@esslingen.de

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