2013

Ausstellungen 2013

Zur Krippe her kommet!

Weihnachtskrippen aus aller Welt
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 1. Dezember 2013 bis 19. Januar 2014

Die Ausstellung „Zur Krippe her kommet!“ präsentierte Weihnachtskrippen aus aller Welt. Aus privaten und öffentlichen Sammlungen wurden schöne, exotische und kuriose Krippen zusammengetragen. Ausgestellt waren außerdem Papierkrippen aus dem Verlag J. F. Schreiber, der im 19. und Anfang des 20.  Jahrhunderts Bastelbogen für Aufstellkrippen veröffentlicht hat.

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Sammler haben in aller Welt, vor allem in Südamerika und Afrika, kleine, größere und winzige Krippen aus Ton, Holz oder Stein zusammengetragen; teilweise sind sie in leuchtenden Farben detailreich bemalt. Aus der Region stammt eine Krippe des Künstlers Rudolf Cammisar. Er wurde 1891 in Straßburg geboren und studierte dort an der Kunstgewerbeschule und in Stuttgart an der Kunstakademie. nach dem Ersten Weltkrieg lebte er bis zu seinem Tod 1983 in Tübingen. 1930 schuf Cammisar die eleganten und in Pastellfarben bemalten Krippenfiguren.

Fotografie: Daniela Wolf

Zu sehen war nach einigen Jahren auch wieder die Zwittauer Krippe aus dem Stadtmuseum, eine Dauerleihgabe des Arbeitskreises Zwittau in Esslingen. Die Zwittauer Weihnachtskrippe steht in der jahrhundertealten Krippentradition von Böhmen und Mähren. Die Krippen sind mehrere Meter breit; so fanden sie oft nur im Schlafzimmer über dem Bett Platz. Das Krippenbild folgt einer feststehenden Ordnung: Im Zentrum befindet sich der typische Grottenstall. Die Landschaft ist terrassenförmig angelegt und geht in einen gemalten Horizont über.

Die Sache scheint einfach: Mit den Berichten der Evangelisten Lukas und Matthäus von Christi Geburt wird festgestellt, wer damals dabei war, hinzu kam und was sich abspielte. Schon frühchristliche Darstellungen des Ereignisses zeigen das Jesuskind in einer Krippe oder einem Trog.

Ab dem 5. Jahrhundert wird Weihnachten zu einem kirchlichen Hochfest; in der Folge treten in den Darstellungen neben Maria und Joseph auch die Hirten hinzu. Außerdem komplettieren Ochs und Esel sowie die Schafe das Bild, das sich bis zum 14. Jahrhundert zu dem bis heute üblichen entwickelt. Im Laufe der Zeit gesellen sich oft noch die Heiligen Drei Könige dazu, die am Erscheinungsfest, also zwei Wochen nach Christi Geburt, nach Bethlehem kommen.

Im Mittelalter vollziehen die Menschen das Leben Jesu in Mysterienspiele und durch meditatives Erleben der Geburt Jesu nach. Der Legende nach soll der heilige Franz von Assisi am Heiligen Abend 1223 die Messe im Wald vor einem Futtertrog und in Anwesenheit eines Esels und eines Ochsen gelesen haben.

Im 15. Jahrhundert entsteht in Südeuropa in der Oberschicht der Brauch, eine Krippe mit kleinen Figürchen aufzustellen. Vom Mittelmeer ausgehend setzt sich der Brauch im Zuge von Gegenreformation und gefördert durch den Jesuitenorden in den katholischen Ländern durch. Aufklärerische Tendenzen im 18. Jahrhundert bekämpfen diesen Brauch, weil er nicht vernunftgemäß und nicht von echter Frömmigkeit getragen sei.

Fotografie: Daniela Wolf

Die Form der Krippe variiert nach den jeweiligen landschaftlichen Gegebenheiten. Dies geschieht auch im Zusammenhang mit der Missionierung, bei der die Geburt Jesu und das Geschehen in Bethlehem von den jeweiligen Völkern in ihrer hergebrachten Kultur adaptiert werden. So sieht man den südamerikanischen oder den afrikanischen Krippen durchaus an, dass sie nicht vor einem europäischen Hintergrund entstanden sind, auch wenn die Personen und Tiere meistens der Tradition entsprechen.

Heute ist die Krippe nicht mehr rein katholisch, sondern hat sich auch im protestantischen Umfeld weit verbreitet. Sie gehört sogar für viele Leute zu Weihnachten dazu, die ansonsten keine intensive christliche Bindung besitzen. Damit gehen säkulare Tendenzen einher, die sich aber an der christlichen Glaubenswelt orientieren.


Frau Holle und die sieben Geißlein

Eine märchenhafte Mitmachausstellung für Klein und Groß
Ausstellung im Museum im Schwörhaus – Wechselausstellungen J. F. Schreiber-Museum vom 17. Mai bis 6. Oktober 2013

Bekannte märchenhafte Figuren der Brüder Grimm ziehen ins Schwörhaus ein. Das Museum im Schwörhaus – Wechselausstellungen J. F. Schreiber-Museum zeigte die Ausstellung „Frau Holle und die sieben Geißlein.

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Eine märchenhafte Mitmachausstellung für Klein und Groß“. Viele Märchenstationen luden besonders Kinder zum Lernen, Spielen, Entdecken, Staunen und Lesen ein. Im Mittelpunkt standen beliebte Märchen der Brüder Grimm.

Vor 200 Jahren erschienen die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Seitdem haben viele Kindergenerationen die Geschichten von Schneewittchen, Rotkäppchen und anderen Märchenhelden gehört, gelesen und erlebt. In der Ausstellung wurde aus diesem Anlass die Erstausgabe der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm von 1812 präsentiert. Zu sehen waren außerdem originale Entwurfszeichnungen aus dem Archiv des Schreiber-Verlags. An Hörstationen konnte man verschiedenen Märchen lauschen.

Fotografie: Gitti Scherer

In der liebevoll und aufwändig gestalteten Ausstellung konnten Kinder und Erwachsene aber nicht nur historische Objekte betrachten und in Erinnerungen schwelgen: Aktivitätsstationen zu ausgewählten Märchen regten zur spielerischen Erfahrung an. Jedes Märchen war mit einem aktuellen Thema aus dem Alltag der Kinder verknüpft, zum Beispiel Vertrauen, Vorurteil und Gier. Spielerisch setzten sich die Kinder mit den Fragestellungen auseinander. So konnten die Besucher bekannte Märchen in einem neuen Licht sehen.

Fotografie: Gitti Scherer

Für die kleinen Ausstellungsbesucher gab es weitere Überraschungen: Schon im Vorraum verkleidete man sich für den Ausstellungsbesuch als Märchenfigur, am Basteltisch wurde mit Papier gearbeitet und aufmerksame Kinder konnten sich ein Sammelheft zusammenstellen und zu Hause ein eigens dafür entwickeltes Märchenspiel spielen. Und das Wichtigste, denn Vorlesen gehört zu Märchen unbedingt dazu: Bei der „Märchenzeit“ wurde jeden Tag um 15 und um 17 Uhr ein Märchen vorgelesen

Die Ausstellung wurde unterstützt vom Esslinger Verlag J. F. Schreiber und der ZukunftsStiftung Heinz Weiler. Esslingen am Neckar.

Fotografie: Gitti Scherer

Zweite Blicke

Paul Otto Haug (1913 - 1961) ein Maler aus Mettingen
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 28. September bis 17. November 2013

Porträts, Industrielandschaften und Dämonen – an den fast vergessenen Esslinger Maler Paul Otto Haug erinnerte das Stadtmuseum im Gelben Haus mit einer Ausstellung. Anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers zeigte das Museum eine umfangreiche Auswahl seiner Gemälde, Zeichnungen und Grafiken.

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Burgsteige/Esslinger Burg, Öl auf Leinwand, 1950-1960, WVZ 145, Fotografie: Daniela Wolf

Das Leben von Paul Otto Haug (1913–1961) ist typisch für viele Künstlerbiografien des 20. Jahrhunderts. Es wurde entscheidend durch die politischen und sozialen Verhältnisse der Kriegs- und Zwischenkriegszeit und die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges geprägt. Seine Arbeiten spiegeln häufig persönliche Bedrängnis, Leid und Obsessionen wider – vom Künstler eindrucksvoll auf die Leinwand gebracht mit kräftigem Pinselstrich und pastosem Farbauftrag in dunklen Tönen. Formale und inhaltliche Parallelen erinnern nicht selten an das Werk seiner großen Zeitgenossen Max Beckmann, Pablo Picasso, Georges Rouault, Fernand Léger oder Otto Dix.

Paul Otto Haug wurde am 22. September 1913 in Esslingen-Mettingen als Sohn eines Weingärtners geboren. Nach einer schweren Kriegsverletzung besuchte er 1942 bis 1946 die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bleibende Impulse für seine künstlerische Entwicklung erhielt. Haug hatte in Wien in Kontakt zu vielen jungen Künstlern, 1946 war er Gründungsmitglied von zwei Künstlervereinigungen, dem „Kreis“ und dem legendären „Art Club“. 1948 kehrte Haug nach Mettingen zurück und schuf in den 50er Jahren zahlreiche Ölgemälde, Zeichnungen und Holzschnitte. Er starb am 25. Oktober 1961 in Zwiefalten. Neben Volker Böhringer, Rolf Nesch und Hermann Sohn gehört Haug zu den wichtigen Esslinger Künstlern seiner Generation.

Die Ausstellung ermuntert dazu, einen zweiten Blick auf die Werke von Paul Otto Haug zu werfen. Der Künstler macht es dem Betrachter jedoch nicht immer leicht: Liebliche Landschaften, Stadtansichten oder gefällige Porträts schuf er selten. In seinen Arbeiten bildete Haug meist die Nacht- und Schattenseiten des Lebens ab. Er verwendete bevorzugt eine dunkle Farbpalette, setzte aber immer wieder helle Akzente. Seine Bilder zeichnen sich durch Vielseitigkeit und düster-beklemmende Bildmotive aus. Die Motive und Inhalte der Bilder erschließen sich oft nicht beim flüchtigen Hinsehen. Viele Nuancen werden erst beim Betrachten aus unterschiedlichen Blickwinkeln sichtbar; was vorher im Dunkel der Farben verborgen geblieben ist, erkennt man erst bei näherer Betrachtung und in der genauen Auseinandersetzung mit dem Dargestellten. Überraschende Entdeckungen sind möglich und vermitteln ganz andere Erkenntnisse, als der Betrachter beim ersten Blick vermutet hat.

Das Stadtmuseum Esslingen im Gelben Haus bot mit dieser Ausstellung erstmals seit 1984 einen umfassenden Überblick über das Werk von Paul Otto Haug. Zu einer Auswahl von Gemälden aus dem künstlerischen Nachlass, den das Stadtmuseum 2009 von der Tochter des Künstlers erhalten hat, kamen zahlreiche Werke aus Privatbesitz, die teilweise noch nie öffentlich gezeigt worden sind.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.


Fotogeschichten - Esslingen in Fotografien

Jugendliche sehen ihre Stadt
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 5. Juli bis 15. September 2013

Die Ergebnisse des Foto- und Ausstellungsprojektes „Fotogeschichten – Esslingen in Fotografien. Jugendliche sehen ihre Stadt“ präsentierte das Stadtmuseum im Gelben Haus in Esslingen am Neckar ab 5. Juli 2013.

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Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Adalbert-Stifter-Schule, der Realschule am Schillerpark und der Realschule Oberesslingen haben in diesem Frühjahr daran teilgenommen.

Foto: Leyla Yildirim, Realschule Oberesslingen, Thema Sport

In vier Themenblöcken haben sich die Jugendlichen aus Esslingen und Umgebung intensiv mit dem Medium Fotografie auseinander gesetzt. Sie fotografierten eigenständig zahlreiche Motive zu den Themen „Stadtansichten“, „Porträt“, „Menschen bei der Arbeit“ und „Sport“. Über mehrere Monate hinweg beschäftigten sich die Jugendlichen dabei kritisch mit dem Medium Fotografie und dem Leben in Esslingen. Die Aufnahmen zeigen Gewohntes wie Ungewohntes, teils in außer-gewöhnlichen Darstellungen. Die Jugendlichen zeichnen
so ein lebendiges Bild der Stadt und ihrer Bewohner. Die eigenen Arbeiten ergänzten die Schülerinnen und Schüler mit historischen Fotografien und Postkarten, die sie aus den Sammlungen des Stadtmuseums und des Stadtarchivs auswählten. Dadurch entstand ein kreativer Dialog zwischen der historischen Entwicklung Esslingens und dem heutigen Erscheinungsbild.

Das Ausstellungsprojekt „Fotogeschichten – Esslingen in Fotografien. Jugendliche sehen ihre Stadt“ spannt so einen Bogen zwischen Kreativität und Eigenverantwortung, zwischen Medienkritik und sozialer Kompetenz. Auch die Gestaltung des Ausstellungsraumes und die Organisation der Eröffnung haben die Jugendlichen eigenverantwortlich übernommen.

Das Projekt wird seit 2011 regelmäßig von der Museumspädagogik der Stadt Esslingen in Kooperation mit den Städtischen Museen und dem Stadtarchiv Esslingen durchgeführt. Dieses Jahr hat Christiane Benecke die Projekt betreuung übernommen. Finanzielle Unterstützung bot die Bürgerstiftung Esslinger Sozialwerk. 2012 wurde das Projekt von der Bildungsstiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ausgezeichnet.


Hilfe für Jeden

120 Jahre Deutsches Rotes Kreuz in Esslingen
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 23. Juni bis 15. September 2013

1859 beginnt die Geschichte einer weltumspannenden Idee: Durch das Leid der Verwundeten in der Schlacht von Solferino tief bewegt, engagiert sich der Genfer Kaufmann Henry Dunant (1828-1910) für die Versorgung der verwundeten Soldaten.

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Aus seinem Einsatz heraus entsteht 1863 die internationale Rot-Kreuz-Bewegung. Sie unterhält heute gemeinsam mit dem Roten Halbmond in fast allen Ländern der Welt nationale Organisationen.

Im selben Jahr wird der Württembergische Sanitätsverein als weltweit erster nationaler Verband gegründet. In vielen Orten des Königreichs entstehen nach und nach lokale Sanitätskolonnen – so 1893 auch in Esslingen.

Zunächst sahen die Sanitätskolonnen ihre Aufgabe vor allem im Transport verwundeter und verletzter Soldaten. Im Lauf der Zeit kamen zahlreiche weitere Aufgaben hinzu: Von der Ausbildung von Helfern über den Aufbau eines Krankentransport- und Rettungswesens, Katastrophenschutz und Bergwacht bis hin zu sozialen Diensten. Heute hat das Rote Kreuz auf zahlreichen Gebieten ehrenamtliche und professionelle Tätigkeiten übernommen.

Das Stadtmuseum im Gelben Haus präsentierte anhand zahlreicher historischer Dokumente und Ausrüstungsgegenstände die Geschichte des Ortsvereins Esslingen. Ausgehend von der Entstehung des Roten Kreuzes zeigt die Ausstellung, welche vielfältigen, vor allem ehrenamtlichen Aufgaben im Namen des weithin bekannten Symbols übernommen werden.

Bedeutende Einsätze der Esslinger Rot-Kreuz-Helfer waren 1961 das große Zugunglück bei Mettingen und im Jahr 1962 die Flutkatastrophe in Hamburg. 1978 leisteten sie Hilfe beim Erdbeben am Zollerngraben und 1989 bei der Notaufnahme und Versorgung der vielen DDR-Flüchtlinge. Ein besonderes Angebot war der „Sonnenzug“, der unter der Vorstandschaft Hedwig Zubers eingeführt wurde. Zu den Leistungen gehören auch Fahrten mit Hilfsgütern nach Osteuropa, beispielsweise in die Partnerstadt Molodetschno in Weißrussland. Außerdem engagiert sich der Ortsverein Esslingen regelmäßig u. a. beim Sanitätsdienst für Veranstaltungen wie das Bürgerfest.


Stählerne Schönheit

Lokomotiven - Porträts der Maschinenfabrik Esslingen
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 24. Februar bis 2. Juni 2013

Die bedeutende Maschinenfabrik Esslingen präsentiert das Stadtmuseum im Gelben Haus – allerdings aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel: Gezeigt werden nur Fotografien von Lokomotiven.

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Das Museum stellt einen Fotobestand vor, der die spektakulärsten Produkte der Maschinenfabrik Esslingen, die dort gefertigten Dampflokomotiven, dokumentiert.Lokomotiven sind die modernsten Maschinen des 19. Jahrhunderts. Mit Ehrfurcht und Stolz blicken die Zeitgenossen auf diese kraftvollen stählernen Ungetüme, die Produkt der Industrialisierung sind, aber oft Industrialisierung erst möglich machen. So auch in Württemberg. Die Eisenbahn beschleunigt und vermehrt Transporte und Reisen in bisher nicht gekannter Weise. Die historischen Fotografien der Lokomotiven zeigen dieses Sinnbild von Fortschritt, Kraft, Geschwindigkeit und Maschinenschönheit.

Anlass zur Ausstellung ist der 200. Geburtstag von Emil von Keßler (1813–1867), dem Begründer und ersten Direktor der Maschinenfabrik Esslingen (ME). In Esslingen hat die ME ab 1846 die gewerbliche Struktur der Stadt völlig verändert. Als einer der größten und modernsten Industriebetriebe des Landes hat sie maßgeblichen Anteil daran, dass Esslingen lange Jahre das bedeutendste industrielle Zentrum im Königreich Württemberg war. Mehr als 5500 Lokomotiven wurden hier gebaut, davon die ersten 2000 bereits bis 1884.

In der Maschinenfabrik war es üblich, jede Lokomotive nach Fertigstellung zu fotografieren. Diese Porträts der einzelnen Maschinen wurden mit der damals modernsten Technik – der Fotografie – mit einem enormen Aufwand gefertigt. Dazu wurden Esslinger und Stuttgarter Fotografen mit ihren unförmigen Plattenkameras in die ME bestellt. Die gerade fertigen Lokomotiven stellte man im Freien auf dem Esslinger Bahngelände ab, wo sie vor oder neben dem Werk porträtiert wurden.

Die meisten Fotografien sind nicht signiert. Nur der Esslinger Wilhelm Mayer und der Stuttgarter Georg Friedrich Brandseph werden auf einzelnen Abzügen als Fotografen genannt.

Die wenigen erhaltenen Glasplattennegative befinden sich heute im „Archiv der Maschinenfabrik Esslingen, in: Mercedes-Benz Classic, Archive“. Von ihnen wurden für diese Ausstellung in behutsamer Weise neue Vergrößerungen gemacht. Sehr wenige zeitgenössische Albuminabzüge konnten noch in historischen Sammlungen gefunden werden. Einige dieser empfindlichen Fotografien sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. So können die Besucher diese Galerie früher Lokomotiven in ihrer repräsentativen Bedeutung und ihrer ehemals faszinierenden Modernität erleben.


Träume werden wahr

Puppenhäuser der Nachkriegszeit
Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus vom 23. November 2012 bis 27. Januar 2013

Die Nachkriegszeit nach 1945 war in der jungen Bundesrepublik unter anderem durch Wohnraummangel und eine starke Bevölkerungszunahme als Folge der Aufnahme von Millionen Vertriebenen und Flüchtlingen geprägt. Ein Bauboom ohnegleichen setzte ein, und überall im Land entstanden Siedlungen.

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Das Ideal aller war das Eigenheim mit Garten, doch dieser Traum blieb oft genug unerfüllt. Die Regel war die enge Mietswohnung in meist schnell hochgezogenen Mehrfamilienhäusern.

Die Wünsche blieben jedoch und trieben ihre Blüten: Etwa bei den Puppenhäusern, die die Eltern damals ihren Töchtern in der Form schenkten, wie sie es sich selbst in Groß ersehnten. Die Häuser wurden von kleinen Manufakturen im Stil der Zeit gefertigt. Und für das Spiel ist alles vorhanden, was erstrebenswert schien: Lichtdurchflutete Räume mit großen Fenstern, riesige Schrankwände und Polstermöbel, Einbauküchen, Fernsehgeräte, Glastüren auf die Veranda hinaus, Hollywoodschaukeln und andere modische Accessoires der Zeit. Bei manchen Modellen fehlt auch nicht der Garten mit Terrasse und Teich. Wie in allen Zeiten spiegelte die Spielzeugwelt im Kinderzimmer die Wünsche der Erwachsenen detailgetreu wider.

Die Ausstellung zeigte Objekte der Sammlung Abt, die neben komplett eingerichteten Puppenhäusern auch Küchen, Badezimmer und Kaufläden umfasst – alles im Stile der 1950er und 1960er Jahre.



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